Blick ins Buch „Wärmeschutz und Energiebedarf nach EnEV 2014“

Cover Wärmeschutz und Energiebedarf nach EnEV 2014Auszüge aus dem Buch „Wärmeschutz und Energiebedarf nach EnEV 2014“

Kapitel:
2.1 Definition der Bauteile
2.2 Ermittlung der wärmeübertragenden Umfassungsfläche A
7.1 Erläuterung des Nachweisverfahrens (Alt- und Neubau)


2.1 Definition der Bauteile

2.1.1 Aufteilung in Zonen und Bereiche

Die Berechnung des Energiebedarfs kann nur für Bereiche mit gleichen Nutzungsbedingungen erfolgen. Gebäude mit unterschiedlicher Nutzung sind deshalb in Zonen zu gliedern, in denen die für die Berechnung vorgegebenen Grundlagen zutreffen.

Die EnEV unterscheidet zwischen

a) Wohngebäuden einschließlich Wohn-, Alten- und Pflegeheimen sowie

b) Nichtwohngebäuden.

Bei gemischt genutzten Gebäuden nach § 22 EnEV sind die Bereiche, die sich wesentlich von einer Wohnnutzung unterscheiden und einen nicht unerheblichen Teil der Gebäudenutzfläche umfassen, getrennt als Nichtwohngebäude zu behandeln. Ein bestimmter Prozentsatz der Fläche ist bewusst nicht vorgegeben worden, um den Anwendern genügend Flexibilität im Einzelfall zu geben.

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In einer Auslegung zur EnEV wurde der Begriff „nicht unerheblicher Teil der Gebäudenutzfläche so definiert“: „Als grobe Orientierung und Faustregel kann gelten, dass im Allgemeinen Flächenanteile bis zu 10 % der Gebäudenutzfläche (bei § 22 Absatz 2 der Nettogrundfläche) des Gebäudes noch unerheblich sind (so die Bundesregierung in der amtlichen Begründung der EnEV2007)“.

Den unterschiedlichen Nutzungsbereichen sind unterschiedliche Zonen zuzuweisen.

Der Gesamtenergiebedarf eines Gebäudes ergibt sich aus der Summe des Energiebedarfs der einzelnen Zonen.

Wohngebäude sind immer als Ein-Zonen-Modell zu betrachten.

Für die Berechnung nach DIN V 4108-3 von Wohngebäuden können gleichmäßig beheizte Teilbereiche mit Temperaturunterschieden von weniger als 4 K zu einer Zone zusammengefasst werden. Die Zonierung von Nichtwohngebäuden ist nach DIN V 18599-2 und -10 vorzunehmen.

Wohnbereiche sind Bereiche, in denen eine durchschnittliche Innentemperatur von 19 °C (nach DIN V 4108-6) bzw. 20 °C (nach DIN V 18599-2) vorhanden ist.

2.1.2 Verlauf der Systemgrenze und Definition der Abmessungen

Die einzelnen Zonen werden von einer Systemgrenze umrandet.

Die an die Systemgrenze anschließenden Bauteile bilden die Umfassungsflächen A (bzw. die Hüllfläche) des zu untersuchenden Gebäudeteils (EnEV Anlage 1, Nr. 1.3.1).

Bei Wohngebäuden ist die wärmeübertragende Umfassungsfläche A so festzulegen, dass ein in DIN V 18599-1:2011-12 beschriebenes Ein-Zonen-Modell entsteht, das mindestens die beheizten Räume einschließt (EnEV Anlage 1, Nr. 1.3.1).

Das von den wärmeübertragenden Umfassungsflächen umschlossene Bauwerksvolumen ist das für den Energiebedarf zugrunde liegende Volumen Ve (EnEV Anlage 1, Nr. 1.3.2).

2.1.2.1 Verlauf der Systemgrenze im Grundriss

Nach DIN V 18599-1:2011-12, Abschnitt 8.1.1 sind die Bezugsmaße zur Bestimmung der wärmeübertragenden Hüllfläche sowie des Bruttovolumens einer Zone in horizontaler Richtung wie folgt zu bestimmen:

  • „bei Außenbauteilen die Außenmaße nach DIN EN ISO 13789, einschließlich eventuell vorhandener außen liegender Wärmedämmung und, sofern vorhanden, einschließlich Putz“
  • „bei Innenbauteilen zwischen einer temperierten und einer nicht temperierten Zone das Außenmaß (der temperierten Zone)“
  • „bei Innenbauteilen zwischen zwei (auch unterschiedlich) temperierten Zonen das Achsmaß, d. h. die Mitte des Rohbaubauteils, unabhängig von der Lage eventueller Innendämmschichten“.

2.1.2.2 Verlauf der Systemgrenze im Schnitt

Nach DIN V 18599-1:2011-12, Abschnitt 8.1.2 sind für Wohngebäude die Bezugsmaße zur Bestimmung der wärmeübertragenden Hüllfläche einer Zone in vertikaler Richtung wie folgt zu bestimmen:

  • „Bezugsmaß ist die Oberkante der Rohdecke in allen Ebenen eines Gebäudes (alle Geschosse), unabhängig von der Lage der eventuell vorhandenen Dämmschicht; dies gilt auch für den unteren Gebäudeabschluss“,
  • „die einzige Ausnahme bildet der obere Gebäudeabschluss: Hier wird die Oberkante der obersten wärmetechnisch wirksamen Schicht als Außenmaß verwendet“.

2.1.3 Definition der die Zone begrenzenden Bauteile

Alle Bauteilflächen, die das innerhalb der Systemgrenze vorhandene (beheizte) Volumen umhüllen, sind in Abhängigkeit ihres U-Wertes und Temperatur-Korrekturfaktors zu unterteilen und gesondert zu berechnen

Dabei sind im Allgemeinen die unten genannten Bauteile zu unterscheiden. Zur besseren Übersichtlichkeit ist es hilfreich diese mit entsprechenden Indizes zu versehen.

Tabelle 2.1: Bezeichnung der Bauteile
Bauteilfläche Bezeichnung
Außenwände AAW bzw. Ae
Fenster AW bzw. Ae
Trennwände zu unbeheizten Räumen AAW,U bzw. Ae,U
Wände gegen Erdreich AAW,G
Wände gegen unbeheizten Keller AGU
Decken zu nicht ausgebautem, unbeheiztem Dachraum ADU
Decken zu unbeheiztem Keller AGU
Decken, die beh. Räume nach unten gegen Außenluft abgrenzen AAG bzw. Ae,G
Dächer AD
Fußböden zum Erdreich AG

Zusätzlich sind zu unterscheiden:

  • Fenster, Fenstertüren und Dachliegefenster nach Himmelsrichtungen entsprechend DIN EN ISO 6946,
  • opake Haustüren und Türen zu andern Temperaturzonen oder sonstige Tore,
  • Bauteilflächen mit Flächenheizung,
  • Bauteilschwächungen (wenn nicht der Nachweis erbracht wird, dass diese den gleichen U-Wert wie die Wand haben) sowie
  • Rollladenkästen.

Zur leichteren Nachvollziehbarkeit und späteren Kontrolle sollen die zu berechnenden Teilflächen in den Plänen markiert und mit Positionsnummern versehen sein.

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2.2 Ermittlung der wärmeübertragenden Umfassungsfläche A

Bild 2.4: Systemschnitt eines Gebäudes

Bild 2.4: Systemschnitt eines Gebäudes

Nachfolgend wird der Verlauf der Systemgrenze an einzelnen Details genauer erläutert.

2.2.1 Außenwände

Zu den Außenwänden gehören sowohl Wände gegen die Außenluft, Wände zu unbeheizten oder niedrig beheizten Räumen sowie Wände gegen das Erdreich. Wände zu beheizten Räumen anderer Gebäude oder Gebäudebereichen werden nicht erfasst.
Zur Berechnung der Flächen sind die Bauteile nach ihrem Schichtaufbau zu unterscheiden. Nur Bauteile mit gleichem Schichtaufbau und gleicher Umgebungstemperatur dürfen zusammengefasst werden. Schwachstellen wie Heizkörpernischen, Stürze, Betonstützen etc. sind gesondert zu erfassen, wenn nicht nachgewiesen wird, dass diese den gleichen U-Wert wie die anschließenden Bauteile haben, oder als Wärmebrücke berücksichtigt sind.
Werden bei der Berechnung des Heizenergiebedarfs Qh auch die solaren Wärmegewinne über opake Bauteile berücksichtigt (wie Außenwände), sind diese differenziert nach den ein- zelnen Himmelsrichtung zu erfassen.

2.2.2 Bodenplatte – Kellerwand

Bei der Ermittlung der wärmeübertragenden Flächen von Böden gegen Erdreich beheizter Kellerräume und bei Decken gegen unbeheizte Keller sind jeweils die Gebäude-Außenmaße anzusetzen.

Bild 2.5: Systemgrenze im Bereich Bodenplatte – Kellerwand

Bild 2.5: Systemgrenze im Bereich Bodenplatte – Kellerwand

2.2.3 Kellerdecke – Außenwand (Sockelbereich)

Die obere Begrenzung der Kellerwand zum Erdreich wird von der Oberkante des Terrains bestimmt.

Bild 2.6: Sockelbereich (Interpretation der Normen)

Bild 2.6: Sockelbereich (Interpretation der Normen)

Die vertikale Systemgrenze verläuft bei Außenwänden mit Wärmedämm-Verbundsystem oder mit hinterlüfteter Verkleidung auf der Oberfläche der Dämmschicht, bei monolithischem Mauerwerk mit Wärmedämmputz auf der Oberfläche des Dämmputzes, bei Wänden mit Vor- satzschalen vor einer Kerndämmung auf deren äußeren Oberfläche.
Die horizontale Systemgrenze verläuft, unabhängig von der Lage der Wärmedämmung, auf der Oberkante der Rohdecke zu dem unbeheizten Keller.

2.2.4 Boden gegen Außenluft

Bild 2.7: Boden gegen Außenluft (Interpretation anlog zur Bodenplatte)

Bild 2.7: Boden gegen Außenluft (Interpretation anlog zur Bodenplatte)

Als Berechnungsgrundlage für die Deckenfläche sind die Gebäude-Außenmaße anzusetzen. Dabei gilt jeweils die Vorderkante der begrenzenden aufgehenden Konstruktion als Bezugsgröße. Die Außenwände beginnen und enden auf der Oberkante der Rohdecke.

2.2.5 Dächer

Bild 2.8: Dächer (Interpretation der Normen)

Bild 2.8: Dächer (Interpretation der Normen)

Die Systemgrenze ist die Oberkante der wärmetechnisch wirksamen Schicht. Als Schnittpunkt mit der Außenwand wird die Außenkante der Wärmedämmung auf der Wand ange- nommen.
Bei ausgebauten Dachräumen mit Abseiten empfiehlt die DIN 4108-2, die Wärmedämmung bis zum Dachfuß zu führen. Es ist deshalb abzuwägen, ob Abseiten in den beheizten Raum einbezogen werden oder als unbeheizt zu betrachten sind. Das Gleiche gilt auch für den nicht ausgebauten Dachraum. Es erscheint sinnvoll, die Führung der Systemgrenze von der Größe der Abseite bzw. des Dachraumes abhängig zu machen.

2.2.6 Fenster und Türen

2.2.6.1 Abmessungen
Bild 2.9: Öffnungen (Interpretation der Normen)

Bild 2.9: Öffnungen (Interpretation der Normen)

Die Fensterflächen AW und die Türflächen AT sind nach dem lichten Rohbaumaß zu berechnen (DIN 18599-1, Abschnitt 8.1.3).

2.2.6.2 Orientierung

Für die Ermittlung der solaren Wärmegewinne ist die anzusetzende Strahlungsintensität notwendig.

Diese ist nach EnEV Anlage 1 Nr. 2.1.1 und 2.1.2 aus der DIN V 18599-10, Abschnitt 7.1 zu entnehmen. Als Referenzklima für Deutschland gilt die Region Potsdam. In der Tabelle E.6 der DIN V18599-10 werden Referenzwerte der Strahlungsintensität als monatliche Mittelwerte für acht Himmelsrichtungen und vier Fensterneigungen angeboten.

Bild 2.10: Fensterorientierung

Bild 2.10: Fensterorientierung

Diese sind:

  • Süd
  • Südost
  • Südwest
  • Ost
  • West
  • Nordwest
  • Nordost
  • Nord

Die jeweils zugehörigen Fensterneigungen sind 30°, 45°, 60° und 90°. Die Definition der Fenster-Orientierung erfordert auf dem Grundriss der Berechnungsgrundlagen einen genauen Nordpfeil, aus dem auch die Grenzfälle ablesbar sind.

2.2.6.3 Verschattungsfaktoren FS

Von der Sonne fließt ein Wärmestrom von 1,35 kW/m² (= Solarkonstante) zur Erde, hiervon werden ca. 0,35 kW aus der Atmosphäre reflektiert, sodass, ein wolkenloser Himmel vorausgesetzt, bei senkrechtem Sonnenstand die Intensität der Globalstrahlung auf der Erdoberfläche ca. 1 kW/m² beträgt.

Aufgrund der Schräglage der Erdachse zu der Sonnenumlaufebene von 23,27° wandert der Ort mit senkrechter Einstrahlung zwischen Sommer- und Wintersonnenwende vom nördlichen zum südlichen Wendekreis, die entsprechend der Achsabweichung auf 23,27° nördlicher bzw. südlicher Breite liegen.

Die Strahlungsintensität an einem beliebigen Ort der Erde ergibt sich theoretisch aus dem Kosinus des Winkels seiner geografischen Breite plus bzw. minus dem jahreszeitlich bedingten Winkel der Erdachse zur Sonnenumlaufbahn.

Bild 2.11: Neigung des 48. Breitengrades zur Sonnenumlaufebene (z. B. in München)

Bild 2.11: Neigung des 48. Breitengrades zur Sonnenumlaufebene (z. B. in München)

Die hiervon zeitlich und örtlich abhängige Strahlungsintensität ist in der DIN V 18599-10 für 15 Regionen in Deutschland dargestellt. Die nach EnEV anrechenbaren solaren Wärmegewinne Qs werden als Mittelwerte für Deutschland für jeden Monat angegeben. Wird die Einstrahlung durch Verschattung gemindert, sind die angegebenen Werte für die Strahlungsintensität über die in der DIN V 4108-6, Tabellen 9 – 11 und in der DIN V 18599-2, Tabellen A.1 – A.3 angegebenen Teilbestrahlungsfaktoren zu reduzieren.

Hierbei sind folgende Verschattungsarten zu berücksichtigen:

  • Verschattung durch andere Gebäude und durch Topografie (z. B. Hügel),
  • Verschattung durch Überhänge, Bauteilüberstände oberhalb der Bauteilfläche,
  • Verschattung durch Bauteilüberstände seitlich von der Bauteilfläche.

Berücksichtigung der Verschattung Fs nach DIN V 4108-6

Der Verschattungsfaktor Fs ist nach folgender Formel zu ermitteln:

Fs = Fo · Ff · Fh

(Formel 2.1)

(DIN V 4108-6)

Fo = durch Verbauung (Tabelle 9)

Ff = durch horizontale Überhänge (Tabelle 10)

Fh = durch seitliche Abschattungsflächen (Tabelle 11)

In der DIN V 4108-6, Tabelle D.3 Randbedingungen für das Monatsbilanzverfahren, Zeile 10
und in der EnEV Anlage 1 Tabelle 3 heißt es hierzu:

Fs = 0,9 für übliche Anwendungsfälle.

Soweit überwiegend bauliche Verschattungen vorliegen, ist Fs entsprechend anzusetzen.
Vereinfachend kann bei überwiegend verschatteten Fenstern Nordorientierung angenommen
werden.

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7.1 Erläuterung des Nachweisverfahrens (Alt- und Neubau)

Nachfolgend wird schrittweise erläutert, wie die nachzuweisenden Kenngrößen Primärenergiebedarf QP und der spezifische Transmissionswärmeverlust HT für Alt- und Neubauten nach DIN V 4108-6 in Verbindung mit der DIN V 4701-10 und nach DIN V 18599-1 und -2 zu berechnen sind. Dies wird zusätzlich am Beispiel des Referenzgebäudes für das Beispiel-Haus nach EnEV Anlage 1, Tabelle 1, erläutert.

7.1.1 Bestimmung der Gebäudekenndaten

Als Erstes müssen die Kenndaten des Gebäudes ermittelt werden. Hierzu müssen alle Daten zur Berechnung des beheizten Volumens und der Bauteile mit den darin befindlichen Fensteröffnungen vorliegen.

7.1.1.1 Zonierung des Gebäudes

Bevor ein Gebäude energetisch bilanziert wird, ist es in Zonen zu unterteilen. Wohngebäude werden grundsätzlich immer als Ein-Zonen-Modell betrachtet. Die Bilanzierung eines gemischt genutzten Gebäudes ist in der EnEV § 22 geregelt. Dort heißt es:

„Teile eines Wohngebäudes, die sich hinsichtlich der Art ihrer Nutzung und der gebäudetechnischen Ausstattung wesentlich von der Wohnnutzung unterscheiden und die einen nicht unerheblichen Teil der Gebäudenutzfläche umfassen, sind getrennt als Nichtwohngebäude zu behandeln.“

7.1.1.2 Bestimmung des Bruttovolumens Ve

(siehe auch Kapitel 2)

Das beheizte Volumen beinhaltet alle Räume, die aufgrund ihrer bestimmungsgemäßen Nutzung direkt auf eine Innenlufttemperatur θi ≥ 19 °C (nach DIN V 4108-6) bzw. θi ≥ 20 °C (nach DIN V 18599-10) beheizt werden sowie solche, die durch Raumverbund (z. B. Flure) mit eingeschlossen werden. Die Berechnung erfolgt aus den Außenmaßen des Gebäudes.

Das Bruttovolumen dient:

  • zur pauschalen Berechnung des beheizten Luftvolumens V,
  • zur Bestimmung der spezifischen Lüftungswärmeverluste HV sowie
  • zur Bestimmung der Gebäudenutzfläche AN.

Beispiel-Haus:

Ve = 582,03 m³
(vgl. Kapitel 2.5.3)
(EnEV Anlage 1, Nr. 1.3.2)

7.1.1.3 Bestimmung der Gebäudenutzfläche AN und der Netto-Grundfläche ANGF

(siehe auch Kapitel 2)

Geschosshöhe zwischen 2,5 m und 3 m

AN= 0,32 · Ve [m²]
(Formel 7.1)
(EnEV Anlage 1, Nr. 1.3.3)

Erläuterung:
Bei der Berechnung nach DIN V 4108-6 wird AN zur Berechnung der internen Wärmegewinne Qi, des Warmwasserbedarfs QW sowie zur Bestimmung der Anlagenverluste benötigt. Außerdem ist AN die Bezugsfläche zur Bestimmung der Energiekennzahl im Energieausweis.

Beispiel-Haus:
Beheizte Nutzfläche AN:
AN= 0,32 · Ve
AN = 0,32 m–1 · 582,03 [m³]
= 186,25
[m²]
(vgl. Kapitel 2.5.3)

Geschosshöhe weniger als 2,5 m und mehr als 3 m

Nach Anlage 1 Nr. 1.3.3 ist die Gebäudenutzfläche AN eines Wohngebäudes bei einer durchschnittlichen Geschosshöhe der Vollgeschosse hg von weniger als 2,5 m und mehr als 3,0 m wie folgt zu ermitteln:

AN = (1/hg – 0,04 m–1) &middot> Ve [m²]
(Formel 7.2)
(EnEV Anlage 1, Nr. 1.3.3)

hG = Höhe von OK Rohfußboden bis OK Rohfußboden der
darüber liegenden Decken, Mittelwert aller Geschosse [m²]

7.1.1.4 Bestimmung der Fensterdaten AW

(siehe auch Kapitel 2)

Für die Bestimmung der Transmissionswärmeverluste HT und der solaren Wärmegewinne QS werden folgende Fensterdaten benötigt, die nach Himmelsrichtung getrennt zu ermitteln sind:

  • Außenmaße der Fenster (lichte Fassadenöffnung der Fenster),
  • Himmelsrichtung der Fenster (Süd, Süd/Ost, Süd/West, Ost, Nord/Ost, West, Nord/West, Nord),
  • Neigung der Fenster (senkrecht oder geneigtes Fenster < 30°, z. B. Dachliegefenster),
  • U-Werte der Fenster (Herstellerangaben oder Berechnung nach DIN EN ISO 10077, siehe auch Kapitel 2),
  • Energiedurchlassgrad g der Fenster (Herstellerangaben oder DIN V 4108-6, Tabelle 6) sowie
  • Verschattung der Fenster.

Fensterdaten Beispiel-Haus (siehe Kapitel 2.5.3.2):

Fenster Süd = 24,47 m²
Fenster Ost = 3,13 m²
Fenster West = 18,24 m²
Fenster Nord = 10,85 m²
7.1.1.5 Bestimmung der Hüllfläche A

(siehe auch Kapitel 2)

Die den beheizten Raum einer Temperaturzone begrenzenden wärmeübertragenden Um- fassungsflächen A (Hüllflächen) sind für alle Bauteile mit unterschiedlichem U-Wert und unterschiedlichen Temperatur-Korrekturfaktoren (Fx-Wert) getrennt zu ermitteln. Werden auch die solaren Wärmegewinne über opake Bauteile berücksichtigt, sind die einzelnen Bauteile auch getrennt nach deren Himmelsrichtung zu erfassen. Die Ergebnisse werden auf zwei Stellen hinter dem Komma gerundet. Fensterflächen sind von den einzelnen Bauteilen abzu- ziehen und getrennt zu ermitteln.
Hierfür sind folgende Bauteile zu unterscheiden:

  • Bauteile zur Außenluft mit oder ohne vorgehängte Fassade
    Beispiel-Haus:
    • Außenwände EG und OG verputzt (B1)
    • Außenwände EG mit Holzschalung (B2)
    • Dachfläche (B3)
    • Decke über Eingangsbereich (B5)
    • Haustür (B4)
  • Wände und Decken zu nicht ausgebautem Dachraum und Drempel
    Beispiel-Haus:
    • Dachfläche Anbau (B6)
  • Wände und Decken zu unbeheizten Räumen
    Beispiel-Haus:
    • Wand zu Dachraum (B13) – im sanierten Zustand nicht mehr vorhanden!
  • Wände und Decken zu niedrig beheizten Räumen (Innentemperatur zwischen 12 °C und 19 °C).
    Beispiel-Haus: keine vorhanden
  • Wände und Fenster zu unbeheiztem Glasvorbau, unterteilt in Glasvorbau
    • mit Einfachverglasung
    • mit Zwei-Scheiben-Verglasung
    • mit Wärmeschutzverglasung
      Beispiel-Haus: keine vorhanden
  • Bauteile zum unbeheizten Keller
    Beispiel-Haus:
    • Kellerinnenwände des beheizten Kellers (B10)
    • Innentüren zum unbeheizten Keller (B12)
    • Kellerdecke zum unbeheizten Keller (B9)
  • Bauteile, die an das Erdreich grenzen
    Beispiel-Haus:
    • Kellerwand zu Erdreich (B7)
    • Bodenplatte des beheizten Kellers (B8)
    • Bodenplatte Anbau (B11)
  • Bodenplatte von niedrig beheizten Räumen
    Beispiel-Haus: keine vorhanden
  • Bauteile mit Flächenheizung
    Beispiel-Haus: keine vorhanden

Es wird empfohlen, in den Planvorlagen die Flächen zu kennzeichnen und mit Positionsnummern zu versehen.

Nach EnEV Anlage 1 Nr. 1.3.1 sind die wärmeübertragenden Umfassungsflächen A in m²
nach DIN V 18599-1:2011-12, Abschnitt 8, zu ermitteln.

Bei aneinandergereihten Gebäuden sind die Gebäudetrennwände wie folgt zu berücksichtigen (EnEV Anlage 2.6):

  • zwischen Gebäuden mit gleichen Innentemperaturen werden diese bei der Ermittlung der wärmeübertragenden Umfassungsfläche A nicht berücksichtigt,
  • zwischen Gebäuden mit normaler und niedriger Innentemperatur (12 °C bis 19 °C) wird der Wärmedurchgangskoeffizient der Trennwand mit einem Temperatur-Korrekturfaktor Fnb nach DIN 4108-6, Tabelle 3 oder nach DIN 18599-2, Tabelle 5, abgemindert,
  • zwischen Gebäuden mit wesentlich niedriger Innentemperatur wird der Wärmedurchgangskoeffizient der Trennwand mit einem Temperatur-Korrekturfaktor Fu von 0,5 abgemindert.

Werden aneinandergereihte Gebäude gleichzeitig errichtet, dürfen diese wie ein Gebäude behandelt werden.

Ist die Nachbarbebauung von gereihten Gebäuden nicht gesichert, müssen die Trennwände den Mindestwärmeschutz nach § 7 Abs. 1 einhalten.

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