FAQ zur EnEV 2014

Rund um die EnEV 2014 gibt es häufig Fragen, die hier beantwortet werden. Sie stammen aus dem Buch „Wärmeschutz und Energiebedarf nach EnEV 2014“.

Wann wird ein Gebäude als „Kleines Gebäude“ eingestuft?

Wenn die Gebäudenutzfläche nicht mehr als 50 m² beträgt.

Welche energetischen Kennwerte müssen für normale Wohngebäude nachgewiesen werden?

Folgende Kenndaten sind nachzuweisen:
a) Jahresprimärenergiebedarf QP,
b) spezifischer Transmissionswärmeverlust HT,
c) sommerlicher Wärmeschutz nach EnEV Anlage 1, Nr. 3, auf der Grundlage der DIN 4108-2,
d) anlagentechnische Komponenten nach EnEV Abschnitt 4.

Wann muss ein Teil eines Gebäudes wie ein Nichtwohngebäude behandelt werden?

Wenn sich Teile eines Wohngebäudes hinsichtlich deren Nutzung und gebäudetechnischer Ausstattung wesentlich von einer Wohnnutzung unterscheiden und einen nicht unerheblichen Teil der Gebäudenutzfläche umfassen.

Wann müssen Änderungen an bestehenden Gebäuden Anforderungen nach EnEV erfüllen?

Wenn mehr als 10 % der gesamten jeweiligen Bauteilfläche geändert werden.

Wie ist die Fläche von Rollladenkästen bei der Berechnung der Außenwände AAW zu berücksichtigen?

Rollladenkästen können wie folgt erfasst werden:
a) Die Flächen der Rollladenkästen werden gesondert erfasst. In den Nachweis gehen diese Bauteile nur mit ihrem U-Wert ein. Die Wärmebrücken an den Anschlüssen werden nicht nachgewiesen. Dies bedeutet, dass für das ganze Gebäude ein pauschaler Wärmebrückenzuschlag ΔUWB = 0,10 W/(m² · K) angenommen werden muss.
b) Die Flächen der Rollladenkästen werden übermessen und sind in den Flächen der Außenwände AAW enthalten. Die Wärmebrücken können dann mit ΔUWB = 0,05 W/(m² · K) berücksichtigt werden, wenn ein Gleichwertigkeitsnachweis nach DIN V 4108, Beiblatt 2 erbracht wird.

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Werden die Flächen von verglasten Haustüren als „Bauteilfläche“ oder als „Fensterfläche“ erfasst?

Durch nicht abgedunkelte Glasflächen kann immer Sonnenlicht und somit auch Wärme eindringen, was bei der Erfassung der solaren Wärmegewinne zu berücksichtigen ist. Es wird vorgeschlagen, überwiegend verglaste Haustüren wie Fenster zu behandeln und bei nur teilweiser Verglasung den Glasanteil wie Fenster und den opaken Anteil als Bauteil zu behandeln.

Wann muss die Einhaltung des sommerlichen Wärmeschutzes geführt werden?

Der Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes ist zu führen, wenn der Fensterflächenanteil fAG bei
– nordwestlich über südlich bis nordöstlich orientierte Fenstern > 10 %,
– allen anderen nördlich orientierten Fenstern > 15 % und
– bei Fenstern mit einer Neigung bis 60 °C > 7 %
überschreitet.

Wann darf auf den Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes bei Wohngebäuden verzichtet werden?

Bei Wohngebäuden sowie bei Gebäudeteilen zur Wohnnutzung, bei denen der kritische Raum einen grundflächenbezogenen Fensterflächenanteil von 35 % nicht überschreitet und deren Fenster in Ost-Süd- oder Westorientierung mit außen liegenden Sonnenschutzvorrichtungen mit einem Abminderungsfaktor FC = 0,30 bei Glas g > 0,40 bzw. FC = 35 bei Glas mit g = 0,40 ausgestattet sind, kann auch auf einen Nachweis verzichtet werden.

Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen der DIN 18599 und der DIN V 4701-10?

Anders als bei der Bilanzierung nach DIN V 4701-10 wird für die Anlagenverluste nicht eine gesamte Heizperiode betrachtet, sondern diese werden monatsweise ermittelt. Für die Laufzeiten der einzelnen Anlagenteile wird dabei noch einmal in Nutzungs- und Nichtnutzungszeiten unterschieden. So lassen sich z. B. rechnerisch auch unterschiedliche Betriebszeiten von Heizungsanlagen in Bezug auf Nachtabsenkung/-abschaltung darstellen. Für den öffentlich-rechtlichen Nachweis ist jedoch die tägliche Nutzungszeit in DIN V 18599-10, Tabelle 3 während der Heizperiode auf 17 h festgeschrieben, wenn eine Heizungsanlage mit Nachtabsenkung/-abschaltung vorhanden ist.

Eine entscheidende Besonderheit ist die Tatsache, dass sich alle Wärmemengen, die durch Verbrennungsprozesse gewonnen werden, auf den Brennwert und nicht auf den Heizwert des jeweiligen Energieträgers beziehen. Auf diese Weise wird vermieden, dass sich bei der Beschreibung von Wärmeerzeugern mit Brennwertnutzung Wirkungsgrade von mehr als 100 % ergeben. Der ermittelte Endenergiebedarf ist somit brennwertbezogen. Für die Bestimmung des heizwertbezogenen Primärenergiebedarfs wird der ermittelte Endenergiebedarf wieder auf den Heizwert umgerechnet und mit den bekannten Primärenergiefaktoren multipliziert. Die Umrechnung von Brennwert zu Heizwert erfolgt nach DIN V 18599-1, Tabelle B1. Bei einer Berechnung nach DIN V 18599 kann deshalb z. B. bei Einsatz von Gasbrennwerttechnik der Endenergiebedarf (brennwertbezogen) höher als der Primärenergiebedarf (heizwertbezogen) liegen.

Welche Möglichkeiten gibt es, den End- und Primärenergiebedarf von bestehenden Anlagen, die vor 1995 eingebaut wurden, zu berechnen?

Bestehende Anlagen können nach DIN V 4701-12, nach den Bekanntmachungen der Bundesregierung und nach DIN V 18599 berechnet werden. Nach DIN V 18599 nur, wenn auch der Nutzenergiebedarf nach dieser Norm berechnet wurde.

Wann ist es notwendig, dass die Bauteile auch nach deren Orientierung getrennt zu erfassen sind?

Wenn die solaren Wärmegewinne auch über opake Bauteile berechnet werden sollen.

Wie wird der zulässige Jahresprimärenergiebedarf QP nach EnEV berechnet?

Der zulässige Jahresprimärenergiebedarf QP ist nach EnEV über ein Referenzgebäude nach Anlage 1 Tabelle 1 zu berechnen.

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